36A Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg Rep. 36A Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg, 1919-1948 (Bestand)

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Title:Rep. 36A Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg
Dat. - Findbuch:1919 - 1945
Vorwort:Rep. 36 A Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg/
Rep. 36 A Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg (II)

Behördengeschichte:

Die Reichsfinanzverwaltung wurde gemäß dem Gesetz über die Reichsfinanzverwaltung vom 10. September 1919 (RGBl 1919, S. 1591) zum
1.Oktober 1919 errichtet.


Es entstand folgender dreistufiger Behördenaufbau:

Reichsminister der Finanzen; Landesfinanzämter/OFP (Mittelbehörde); Finanzämter, Hauptzollämter und deren Unterstellen (örtliche Behörden).

Für die Region Berlin/Brandenburg wurde das Landesfinanzamt Brandenburg-Berlin mit Sitz in Berlin zuständig. Im Ergebnis des Ausscheidens von Berlin aus dem Gemeindeverband und der Errichtung von „Groß-Berlin“ im Jahre 1920 entstanden für Berlin und Brandenburg auch zwei separate Landesfinanzämter.

Für die Landesfinanzämter wurde zum 1. April 1937 die Behördenbezeichnung Oberfinanzpräsident eingeführt (RGBl 1937 I, S. 311; RFBl 1937 S. 32).

Mit Wirkung vom 16.2.1942 erfolgte die Zusammenlegung der Oberfinanzbezirke Berlin und Brandenburg zu einem Oberfinanzbezirk Berlin-Brandenburg (RFBl 1942, S. 42). Der Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg war zuständig für Berlin und die Provinz Brandenburg.

Mit Stand Ende 1942 gliederte sich der Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg in folgende Abteilungen :

1. Abteilung Personal und Verwaltung,
2. Abteilung Steuer,
3. Abteilung Zoll,
4. Abteilung für die Bearbeitung von Anfechtungssachen auf dem Gebiet der Besitz- und Verkehrssteuern (früher Finanzgerichte),
5. Devisenstelle.

Im Kontext der nationalsozialistischen Judenverfolgung spielte der Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg eine besondere Rolle. Als Finanzbehörde beschäftigte er sich ursprünglich zu einem wesentlichen Teil mit der Beaufsichtigung des allgemeinen Devisenverkehrs. Hierfür war die 1931 bei den Landesfinanzämtern errichtete „Devisenstelle“ zuständig. Angesichts der unmittelbar nach der Machtergreifung durch das NS-Regime einsetzenden Fluchtbestrebungen und den damit zusammenhängenden bürokratischen Antragsverfahren im Sachgebiet 41 „Auswanderung“ konnten Betroffene systematisch beobachtet und in Einzelfallakten erfasst werden. Es entstanden überdurchschnittlich viele Akten zu jüdischen Emigranten.

Im Jahr 1942 wurde als Sonderstrukturteil die so genannte „Vermögensverwertungsstelle“ errichtet, deren Tätigkeit in unmittelbarem Zusammenhang mit den einsetzenden Deportationen jüdischer Bürger stand. Organisatorisch war dieser Strukturteil der Abteilung Personal und Verwaltung zugeordnet. Aufgrund der 11. Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 25. November 1941 oblag dem Oberfinanzpräsidenten Berlin-Brandenburg die Behandlung des Vermögens emigrierter bzw. deportierter Juden. Zu diesen Personen entstanden ebenfalls Einzelfallakten. Die deportierten Juden wurden in einer Kartei erfasst, in die partiell auch Emigranten aufgenommen wurden.

Die im Bestand Rep. 36 A Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg überlieferten Unterlagen betreffen fast ausschließlich Personen, die in der Region Berlin/Brandenburg ansässig bzw. in irgendeiner Weise einen Bezug zu dieser Region hatten (z.B. die Deportation erfolgte über Berlin).Hinweise zu Personen, die außerhalb dieser Region lebten, sind trotz der knapp einhalbjährigen reichsweiten Zuständigkeit der "Vermögensverwertungsstelle" des Oberfinanzpräsidenten Berlin-Brandenburg die absolute Ausnahme.

Die Tätigkeit des Oberfinanzpräsidenten Berlin-Brandenburg endete im Mai 1945 mit der Zerschlagung der NS-Diktatur. Der OFP Berlin-Brandenburg wurde von der dem Magistrat von Groß Berlin unterstehenden Oberfinanzdirektion abgewickelt.


Bestandsgeschichte:

Die im BLHA verwahrte Überlieferung des Oberfinanzpräsidenten Berlin-Brandenburg weist deutliche Lücken auf. Die Ursachen hierfür sind nur in geringem Maße nachvollziehbar. Generalakten im eigentlichen Sinne sind nicht überliefert. De facto handelt es sich bei diesen Akten um Sammelsachakten.

Im Einzelnen sind überliefert:
- 20.000 Akten aus dem Bereich der „Devisenstelle“, überwiegend Einzelfallakten (Personen, einzelne Firmen)
- 42.000 personenbezogene Einzelfallakten aus dem Bereich der „Vermögensverwertungsstelle“
- 150.000 Originalkarteikarten aus dem Bereich der “Vermögensverwertungsstelle“
- Listen von 179 Deportationstransporten aus Berlin aus dem Bereich der „Vermögensverwertungsstelle“ (Kopien ITS Arolsen; z.T. Fragmente)
- …Personalakten

Die Überlieferung des Oberfinanzpräsidenten Berlin-Brandenburg aus dem Bereich der „Vermögensverwertungsstelle“ wurde in der unmittelbaren Nachkriegszeit getrennt. Kriterium hierfür war der sogenannte „letzte inländische Wohnsitz“ der Betroffenen.

Der Teilbestand Rep. 36 A Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg (II) wurde 2001 im Rahmen einer Bestandsabgrenzung aus dem Landesarchiv Berlin (dort: A Rep. 092) in das BLHA übernommen. Die Überlieferung des Oberfinanzpräsidenten Berlin-Brandenburg wurde mit Ausnahme der sogenannten „Außenstelle für feindliches Vermögen“ im BLHA zusammengeführt und steht hier dem Benutzer fast vollständig zur Verfügung.

Unter der Bezeichnung R 2107 Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg, Außenstelle für feindliches Vermögen ist der letztgenannte Teil im Bundesarchiv einzusehen.

Darüber hinaus sind 383 AE im Fond 1461 im Sonderarchiv (seit 1992: Zentrum für die Aufbewahrung historisch dokumentarischer Sammlungen) in Moskau überliefert. Dieser Teilbestand enthält Unterlagen aus dem Bereich der Devisenstelle.

Benutzungshinweise:

Die Benutzung der Archivalien erfolgt entsprechend den Bestimmungen des Brandenburgischen Archivgesetzes (BbgArchivg) vom 7. April 1994. Da es sich bei der Mehrzahl der Archivalien des Bestandes um personenbezogene Unterlagen im Sinne des § 10 Absatz 3 des BbgArchivg handelt, unterliegen diese den gesetzlich vorgeschriebenen Schutzfristen.

Aufgrund der Struktur des Bestandes ist der Zugang zu den personenbezogenen Einzelfallakten ausschließlich über deren Namen möglich. Eine Benutzung muss im zuständigen Fachreferat vorbereitet werden. Hierzu ist eine schriftliche Anfrage an das BLHA zu richten.

Uneingeschränkt zugänglich sind:

• die auf Mikrofiche vorliegende Originalkartei aus dem Bereich der „Vermögensverwertungsstelle“ (Umfang: ca. 150.000 Karteikarten),
• die Transportlisten (Mikrofilm) sowie
• Sammelsachakten aus dem Bereich der Devisenstelle.

Bei einer gewünschten Einsichtnahme in diese Archivalien ist im Vorfeld ausschließlich eine Terminabsprache mit dem Benutzerdienst des BLHA (0331-5674-270) notwendig.

Information on extent

Extent:ca. 400 lfm.

Conditions of access and use

Zitierweise:Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA), Rep. 36 A Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg Nr. ...

Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA), Rep. 36 A Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg (II) Nr. ...

Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA), Rep. 36 A Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg (II) Originalkartei, Name/Vorname
 

Usage

Permission required:Keine
Physical Usability:Eingeschränkt
Accessibility:Öffentlich
 

URL for this unit of description

URL:http://recherche.im.blha.de/detail.aspx?ID=1663781
 

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